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Augmented reality

Das Wann und Wie erläuternder Layer ist nicht so wichtig. Verortung ist das wahre Thema.

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Im Alter von 18 Jahren stand ich im Wiener Palais Ferstel bei einem Zukunftskongress zum Thema „virtual reality“. Bei der Veranstaltung herrschte Aufbruchsstimmung: es schien klar, dass das Konzept unmittelbar vor dem Durchbruch stand. Das ist über 20 Jahre her. Virtuelle Realität hat sich aufgrund der nötigen Rechen- und Speicherkapazitäten bis heute erst in Randbereichen durchgesetzt. Nun ist „Augmented Reality“ in aller Munde. Beim Konzept handelt es sich um eine Erweiterung virtueller Realität, indem reale Orte mit eingeblendeter Information belegt werden können. Dadurch entsteht eine Vermischung zwischen Realität und fiktiver, digitaler Welt, die enormen Nutzen bringen kann. Tatsächlich gibt es auch schon zahlreiche Anwendungsmöglichkeiten: teils sehr smarte Lösungen, die das Leben tatsächlich erleichtern, teils spielerische Anwendungen, denen wohl ebenfalls eine große Zukunft vorausgesagt werden kann. Besondere Bedeutung wird AR wie ich glaube im Bereich der Ausbildung haben, denn AR wirkt dort am Besten, wo Erläuterungen als Pullkonzept verstanden werden und echten Nutzen bieten oder völlig neue didaktische Perspektiven eröffnen.

Augmented Reality ist auch Gegenstand zahlreicher euphorischer Zukunftsvisionen im Marketing (wie so ungefähr jede neue technische Entwicklung). Betrachtet man die heutige Verbreitung von Smartphones und Tablets sowie die seit mindestens zwei Jahren bestehende Verfügbarkeit sinnvoller AR-Applikationen fällt vor allem eines auf: kaum jemand nützt sie und geht mit dem Smartphone VOR dem Gesicht in der Gegend spazieren. Bei einem Vortrag zum Mobile Monday habe ich schon vor einem Jahr darauf hingewiesen, dass die Praktikabilität von AR ganz stark mit Fragen der Usability zusammenhängt und darauf verwiesen, dass Smartphones möglicherweise nicht der Weisheit letzter Schluss sind. Ich dachte eher an Brillen, fand und zeigte (damals) aber nur eine israelische Firma, die ein entsprechendes Produkt in Vorbereitung hatte. Vor kurzem präsentierte Google seinen Beitrag zum Thema und machte klar, dass eingeblendete Informationen in Brillen und Linsen jedenfalls weit mehr zu sein scheinen als pure Science Fiction.

AR wird kommen – früher oder später. Der dahinterliegende technologische Schritt, nämlich die Verortung von Information ist ein Aspekt, den Marketer schon heute betrachten müssen: wer digital NICHT verortet ist, existiert nicht, seine Produkte, Dienstleistungen oder Betriebsstätten werden unbeabsichtigt  „unsichtbar“. Insofern ist AR schon heute eine Aufforderung zu handeln. Marketinghype hin oder her.


Mo, 23.04.2012 TrendsMarketingplanungSchwerpunkt Marketing im Wandel
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