Smartphone Anwendungen gelten aus Marketingsicht als Königswege in das Alltagsleben der Konsumenten. Nach dem Hype steht dem Appmarkt eine Phase der konstruktiven Konsolidierung bevor, die wir anläßlich einer Interviewanfrage des österreichischen Update-Magazins stichwortartig beleuchten wollen: Trends: Während Spiele und nützliche Anwendungen nach wie vor boomen, nimmt der Trend, Apps als "Adabei Marketinginstrumente" zu entwickeln, merkbar ab. Im Gegenzug kommen spezialisierte Apps vor allem im B2B Bereich und ganz besonders im wichtigen Tabletmarkt zur Anwendung.
Post-Hype: Wir haben in unserer Brandapp Austria Untersuchung bereits 2010 darauf hingewiesen, daß Apps echten Nutzen bieten müssen oder andernfalls in der Versenkung verschwinden. Nach wie vor werden über 90% aller downgeloadeten Apps weniger als dreimal geöffnet. Nutzenfreie Apps, die nur aus Imagegründen programmiert wurden, stürzen kurz nach Launch in den Downloadszahlen ab. Das war zum Zeitpunkt unserer Erhebungen so und hat sich nicht verändert.
Nutzen aus Kundensicht: Apps sammeln jede Menge Daten, die zu wichtigen Marketingerkenntnissen führen. Weiters können Applikationen als Instrument der Kundenbindung oder Erweiterung der Markenwelt nützlich sein. Apps können zu Effizienzzwecken eingesetzt werden oder für sich genommen ein Businessmodell darstellen. Der Einsatzweise sind keine Grenzen gesetzt: wichtig ist und bleibt aber der Kundennutzen und - mittlerweile - auch eine gewisse Einzigartigkeit, denn für viele Themen gibt es bereits erfolgreiche Apps! Wir sehen enorme Chancen im Bereich e-commerce, wo Apps vereinfachte Abläufe bieten können sowie im B2B-Segment. Als B2B-Beispiel sei die ExhibitionApp eines Messe-Systemanbieters genannt, die es dessen Zwischenhändlern erlaubt, rasch fertige Messestände zu visualisieren. Als Ecommerce-Beispiel die (ab Ende Februar technisch neu aufgesetzte) Tablet-App der Lufthansa.
Locationbased Apps: Die Anwendungszahlen liegen laut uns vorliegenden Daten in Europa noch deutlich unter jenen Erwartungen, die vor zwei Jahren im Raum standen. Augmented reality Anwendungen etwa sind über den Status eines „wow–Effekt show-offs“ hinaus noch nicht ausreichend erfolgreich. In Österreich tun sich User noch (!) schwer damit, "der Cloud" ihre Standortdaten bekannt zu geben.
Innovative Ansätze: Apps wie Aweditorium, Sketch Book Pro oder Intro zeigen im Tabletbereich, wo die Zukunft intuitiver Appanwendungen liegen könnte. Die volle Bandbreite an Möglichkeiten wird derzeit von den wenigsten Anbietern genützt.
Kosten: Abhängig von Funktionalitäten und der Ernsthaftigkeit der Vorfeldplanung, technischen Rahmenbedingungen und IT-Umwelten sind Projektkosten von 1.000 Euro bis 100.000 Euro (zB ecommerce) möglich.
In-App Werbung: Der Nutzen einer App sollte hoch sein, damit User bereit sind, in-app Werbung zu akzeptieren. Beim TV-Programm, bei der Flugtarifsuche oder Gratisspielen mag Werbung akzeptabel sein, wenn allerdings bei schwach funktionellen Apps auch noch Werbung integriert ist, wird die App nicht lange punkten können.
Web-Apps: Es sollte darauf geachtet werden, wie und wo die Funktionalität von Webapps User in der ursprünglich gedachten Nutzung einschränkt.
App vs. mobile Seite: Der enorme Erfolg von Tablet-PCs sowie neue Entwicklungen im Webstandard-Bereich (HTML5) legen nahe, daß mobiloptimierte Seiten an Bedeutung gewinnen werden.
Wir freuen uns über Meinungen und Anmerkungen!
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