Nicht mehr ganz taufrisch, aber frisch nachgelesen zum Semesterferienstart: Nicolas Carrs Bestseller The big Switch zieht verblüffende Parallelen zwischen der Elektrifizierung als Vorbotin der industriellen Revolution und der Durchdringung von Glasfasernetzen und unendlichen Speicher- und Prozessorkapazitäten (Cloud). Carr beschreibt präzise die technischen, politischen, militärischen, psychologischen und wirtschaftlichen Begleiterscheinungen des world wide web und neigt keineswegs zu Jubelmeldungen, wenn es um die sogenannte unendliche Freiheit des Web 2.0. geht.
Möglicherweise sind wir alle zu naiv, was die Zukunft des www angeht, möglicherweise übersehen wir, wie sehr wir als andauernde Twitter- und Facebookkonsumenten schon selbst längst "Teil der Maschine" und ihrer impliziten Logik geworden sind. Jedenfalls ist jener Teil des Buches, in dem Carr Parallelen zwischen Algorithmen und unterbewußten psychischen Prozessen in uns zieht, am spannendsten.
Wer wissen möchte, welche Gefahren und Chancen in der Weiterentwicklung des Webs liegen (an der Unternehmen wie Google, Microsoft und Facebook ohne unser Einverständnis und/oder Wissen schon jetzt arbeiten), sei dieses Buch jedenfalls wärmstens empfohlen (hier bei Amazon).
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