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25.05.2018: https://www.pointoforigin.at//AI_Gesundheit.htm

Dr. Robot mit dem Daten-Stethoskop

23.04.2018 | AI im Gesundheitsbereich

von Florian Rehekampff

Kennen Sie noch den roten Impfpass der Stadt Wien? Kinder der 1960er, 70er und 80er haben darin so gut wie jeden Nadelstich dokumentiert: Zecken, Polio, Tetanus. Das war ein flächendeckend funktionierendes System – nur ohne Vernetzung. Ein Arzt – ein Stempel. Unvorstellbar heute. Gesundheits- und Patientendaten gibt es in Hülle und Fülle. Wohl kaum ein Bereich ist so gut durchdokumentiert wie der menschliche Körper und seine Leiden. Eine ideale Ausgangslage für Anwendungen von Künstlicher Intelligenz (AI): Valide Daten, breit gestreute Bevölkerungsgruppen und standardisierte Anwendungen.

Für die Pharmabranche, die jährlich hohe Summen in Forschung investiert, ergibt sich dadurch ein riesiges Feld an Möglichkeiten. Die Palette reicht von intelligent automatisierten Arbeitsabläufen in Krankenhäusern über Diagnose bis hin zur echten Behandlung (künftig auch durch Roboter). Vergangenes Jahr entwickelten italienische AI-Forscher eine Anwendung, die mit einer Wahrscheinlichkeit von 86 Prozent Alzheimer mittels MRT-Gehirnscans schon zehn Jahre vor den ersten Symptomen diagnostizieren kann. Ähnliches erreichte ein Programm der beiden Bostoner Brain-Tanks Harvard Medical School und des Massachusetts Institute of Technology bei Brustkrebszellen.

Google treibt derweil sein DeepMind Health Project voran. Offiziell um Patenten mit Nierenschäden mittels App überwachen zu können. Outcome ungewiss. Aber: Das der Internetgigant 500 Millionen Dollar für ein 3-Mann-Startup hinlegt, um Konkurrent Facebook auszustechen, zeigt die enorme Erwartungshaltung gegenüber AI-Technologie in der Gesundheitsbranche.

Gleichzeitig machen die enorme Datenmenge und der Umgang damit Angst. Auch bereitet die ärztliche Versorgung durch Roboter und automatisierte Software vielen Unbehagen. Der gläserne Mensch wird damit real – und zwar wortwörtlich – das digitale Röntgenbild hängt neben dem echten an der Wand.

Wirtschaftliche Interessen werden die Widerstände freilich rasch brechen: Die aktuelle PwC-Studie „Sizing the prize“ zu den ökonomischen Auswirkungen von AI zeigen klar: 45 Prozent des Wirtschaftswachstums im Jahr 2030 wird mit Produktverbesserungen erzielt werden, die die Nachfrage der Konsumenten gezielt stimulieren. Denn AI ermöglicht eine größere Vielfalt mit mehr Personalisierung und Attraktivität – zu einem besseren Preis. McKinsey hat in der seiner „The Next Digital Frontier“-Studie gezeigt, dass daher die Investitionen in AI massiv steigen. Bereits 2016 haben die Online-Riesen wie Google, Baidu & Co bis zu 30 Milliarden Dollar für den Wachstumsbereich AI ausgegeben. Mit einem massiven Überhang in Forschung. Nur zehn Prozent dieses Volumen gingen in Zukäufe anderer Unternehmen. Ein Ende des Booms ist nicht abzusehen.

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