point of origin - logo
22.07.2018: https://www.pointoforigin.at//Banken_im_digitalen_Rueckstand.htm

Banken im digitalen Rückstand

25.06.2018 | Die Zeit wird knapp

von Florian Rehekampff

Die Banken haben vor sich, was die (Print)-Medienbranche bereits seit 15 Jahren spürt. Den digitalen Angriff von allen Seiten. Während die Zeitungen die Revolution verschlafen oder ignoriert haben, können die Banken aus einer Position der Stärke heraus agieren. Noch. Denn die Angreifer rüsten zur Attacke. Apple Pay, Banklizenzen für Amazon, Kryptowährungen – die Palette an Bedrohungsszenarien ist breit. Und die neuen Player agieren global – unabhängig von Landesgrenzen.

Noch haben die Banken einen breiten und nahezu exklusiven Zugang zu ihren Kunden. Über Filialen und im Online-Geschäft. Das gilt es jetzt zu nutzen. Mit Nachdruck und Tempo. Der Vorteil: Banken haben enorm viele Daten ihrer Kunden. Diese gilt es jetzt so einzusetzen, dass individualisierte Angebote geschneidert werden. Anhand von Kontobewegungen, der Häufigkeit von Online-Zugriffen, Lebensalter, Wohnort und beruflicher Situation der Kunden kann ziemlich genau abgeschätzt werden, ob etwa der Kauf einer Wohnung bevorsteht. Dann gilt es ein passendes Kreditangebot parat zu haben und dieses dem Kunden in ansprechender Weise näherzubringen. Das Postfach des Online-Bankings wird es nicht sein. Dort ist mittlerweile die Aufmerksamkeit zu gering. Aber es gibt andere Möglichkeiten, die dem Kunden auffallen und ihn begeistern können.

Zudem sollten Banken rasch beginnen eine Service-Landschaft rund um ihre bisherigen Produkte zu bauen und diese in ihr Denken zu integrieren. Zum Teil gibt es das schon: Immobilien-Plattformen, Wohnkredit-Rechner oder Auto-Leasing. Hemmschuh ist freilich noch sehr ausgeprägtes Silo-Denken. Eine Abteilung gönnt der anderen nicht den Erfolg oder zittert um den Einfluss im Gesamt-Unternehmen. Das gilt es abzustellen und den Kontakt zum Kunden zu bündeln.

Personalisierung der Angebote klappt nur über Relevanz und die Bestimmung des richtigen Zeitpunkts. Personalisierung ist ein strategisches Thema. Was will ich wem zu welcher Zeit verkaufen? Ein Beispiel: In Brasilien bietet HSBC ihren Geschäftskunden die Möglichkeit höhere Guthaben sehr rasch vom Konto in ein höher verzinstes Fondsprodukt umzuschichten – auch wenn es dort nur wenige Tage verbleibt.

Fazit: Banken müssen jetzt handeln. Das ist auch das Ergebnis der jüngsten Analysen von Forrester Research, die das bestehende, vertikale, Geschäftsmodell der Banken zerbröseln sehen. Sonst droht Folgendes: Entweder bleiben die Banken relevant oder sie werden vergessen. Aktuell ist die Relevanz noch gegeben – ebenso wie die wichtigste Währung am Markt. Das Vertrauen der Kunden. Aber auch hier gilt es wachsam zu sein. Forrester sieht aber zugleich auch eine Vielzahl von Chancen, wenn es gelingt, die neue Technologien für besser personalisierte Dienstleistungen und Services zu nutzen. Das heißt nicht blindlings in Software zu investieren, sondern zuerst die richtigen Fragen stellen. Und dann zu agieren.

Marketing Consulting & Consumer Intelligence GmbH
Kontakt

HEAD OFFICE WIEN

Himmelpfortgasse 19
1010 Wien
T +43 1 548 48 00 - 0
F +43 1 548 48 00 - 9

LAB WIEN

Goldschlagstraße 172
Stiege 6, 3. Stock
1140 Wien
T +43 699 14228240

OFFICE ZÜRICH

Rietstrasse 50
8702 Zollikon
T +41 43 499 61 44

OFFICE MONTREAL

PO smart solutions Inc.
630 Boulevard
René-Lèvesque ouest
H3B 1S6 Montreal
Canada

SÃO PAULO

Av. Brigadeiro Faria
Lima 1478
9a/08 Jardim Paulista
01451-001 São Paulo
T +55 11 3280 5480

Um Ihnen den bestmöglichen Service bieten zu können, verwendet diese Website Cookies und Services (z.B. Google Maps) von Drittanbietern. Mit der Benutzung dieser Website erklären Sie sich damit einverstanden. Mehr Informationen

OK