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Technologie & Skepsis

28.01.2019 | Aus unserem San Francisco Office

von Andreas Hladky
Gründer
Technologie hatte einen guten Start. Die Begeisterung über Steve Jobs erstes iPhone läutete einen beispielhaften Siegeszug technologie-relevanter Themen ein. Facebook lieferte zudem die Unterhaltung zur Hardware und sorgte für immer mehr „Screentime“ und fröhliche erste Krankenstände wegen „Daumenstarre“.

Nach zwei Schrecksekunden 2001 und 2008 reagierte auch die Wirtschaft und investierte Milliarden in Hardware, Software und Infrastruktur rund um unser verändertes Medienverhalten als Kunden, Mitarbeiter und Menschen. Ein beispielhafter weltweiter Aufschwung mit Vollbeschäftigung war die Folge, zu dem „Big Tech“ nicht unwesentlich beigetragen hat.

Doch die Stimmung kippt. Laufende und kaum geahndete Verletzungen der Privatsphäre („Data leaks“) und das unangenehme Gefühl, dass sich Technologie durch die Hintertür in zu viele Aspekte unseres Lebens und unserer Gesellschaft schleicht - vom Höchstpersönlichen bis zum Hochpolitischen - liess die anfängliche Begeisterung abebben. Menschen bekommen immer mehr das Gefühl, von Technologie nicht unterstützt, sondern überwacht, ersetzt oder getäuscht zu werden.

Schuld daran hat die Politik, die den revolutionären Charakter der Digitalisierung zu spät erkannte und mit ihrer Gesetzgebung viele Jahre hinterher hinkt. Wie in den frühen Zeiten der Stahl-, Eisenbahn und Finanzmonopole sind schwierige Machtkonglomerate entstanden, die seit langer Zeit zuerst unbemerkt den Daten- und Technologiemarkt beherrschten und nun zu Unrecht verteufelt werden.

Hier in San Francisco, dem globalen Zentrum digitaler Businessideen und -finanzierungen ist diese Zwispältigkeit schon seit längerem zu erkennen. Während zahlreiche Investoren hochgradig begeistert in die Zukunft unserer Menschheit etwa im Bereich Medizin, Verkehr oder Bildung investieren, sind die Folgen ebenso zu spüren: überhöhte Wohnkosten, hohe Dropoutraten bei Mitarbeitern, Technologie, die Businessmodelle schneller zerstört als sie gleichwertigen Ersatz schaffen kann. Umgekehrt bringt diese Dynamik hochwertige Arbeitsplätze und baut die lang prognostizierte Wissensgesellschaft auf.

Es wird klar: die Politik muss Rahmenbedingungen schaffen, damit die digitale Wirtschaft gedeihen kann, es umgekehrt aber ausgeschlossen wird, dass gedankenlos umgesetzt wird, was geht, nur weil es geht. Technologie beschleunigt die Bruchlinien in Wirtschaft und Gesellschaft, weil ihre Algorithmen derzeit herrschende Regeln ungebremst beschleunigen („bidding wars“, „Newsbubbles“, „Microjobs“ etc).

Somit braucht es neue Regeln und das eher früher als später. Facebook etwa bekommt seit mehreren Jahren seine eigenen Algorithmen nicht mehr in den Griff, die darauf trainiert sind, Inhalte unabhängig vom Wahrheitsgehalt auf Klick und Verbreitung zu optimieren. Diese sogenannten „runaway algoritms“ sind eine direkte Konsequenz, wenn Innovation passiert, ohne dass mitgedacht wird, was diese Innovation bedeutet. Die Unternehmen werden dafür zu Unrecht verantwortlich gemacht, da sie sich historisch - egal in welcher Branche - immer in gesetzlichen Rahmenbedingungen bewegen und umgekehrt tun, was sie wollen, wenn es solche Regeln nicht gibt.

Bei den wichtigen Themen Artificial Intelligence, Voice, Blockchain, Quantum und Data crawling sollte das nicht nochmals passieren. Auch die Politik muss sich der Digitalisierung stellen. Unsere europäischen Werte würden der weltweiten Technologiebewegung gut tun. In Sachen DSGVO (die von der Umsetzung her mangelhaft, von der Idee aber gut ist) blickt man von hier aus über den großen Teich anerkennend nach Europa. Europa sollte auch in anderen Bereichen voranschreiten und damit klare Logiken schaffen, innerhalb deren europäische Technologiekonzerne wachsen können.
Marketing Consulting & Consumer Intelligence GmbH
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