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You better know...

22.04.2013 | Zukunftsmusik, die man nicht unterschätzen sollte: Digitale Realität nach der SXSW 2013.

von Andreas Hladky
Gründer

Die Zukunft wird gerne externen Instituten überlassen. Ich halte das für falsch: Entscheidungsträger sollten sich mit künftigen Technologien auseinandersetzen, deren Implikationen für Konsumenten und Marke prüfen und Investitionen darauf abstimmen. Zukunftsvermeidungsreflexe kennen wir auch hierzulande: „So schnell geht das bei uns nicht“, „naja, das ist halt Amerika“ etc. hörten wir zwischen 2007 und 2009, als wir auf die Wichtigkeit sozialer Kanäle für die Kaufentscheidung hinwiesen. Nach Besuch der weltgrößten Digikomm-Messe SXSW in Texas möchte ich nun einige wichtige Zukunftstechnologien zusammenfassen. Sicherheitshalber.

1. Eigenfabrikation

Noch Nische, ist Eigenfabrikation (=3D Druck) Ernst zu nehmen. Der Makerbot kostet bereits unter 1.700 EUR, Tendenz sinkend (in Wien entstehen erste 3D-Printshops). Mittlerweile gibt es selbstgedruckte Flugzeuge, Autos und Waffen, Spielzeug und einige geniale medizinische Anwendungen. Was bedeutet es, wenn Konsumenten Produkte nach eigenen Designs und Abmessungen zu Marginalkosten gestalten können?

2. Nahfeldkommunikation

Noch kämpft die Industrie um Standards, dennoch kann man bei Messen bereits Verkaufsunterlagen direkt am Stand aufs eigene Smartphone „beamen“. Kommunikative Anwendungen und Anbieter gibt es bereits zu tausenden. „NFC“ sollte zumindest gedanklich auch Inhouse – WIFI, RFID und andere Technologien beinhalten – die Einsatzmöglichkeiten auch im Marketing sind enorm. Einige Unternehmen bieten etwa Vouchers, die nur in der Nähe von Geschäften aufscheinen – die Wirkung ist aber noch unklar.

3. Gesten- und Sprachtechnologien

sind aus meiner Sicht Zukunftsfelder, die am meisten unterschätzt werden und die größte Auswirkung auf uns Konsumenten (und das Marketing) haben. Ich werde mich diesem Thema in einem eigenen Blog widmen, aber schon jetzt kann ich sagen, daß alle Webseitenkonzepte, die davon ausgehen, daß wir ewig hinter Desktops und Tablets verbringen werden, Fehlinvestitionen sind – schon heute.

3a. Devicefreiheit

Unmittelbar damit zusammen hängt die neue Freiheit von Eingabegeräten und Bildschirmen. Samsung brachte es bei der SXSW auf den Punkt: the best device is no device. Vielleicht werden wir unsere Bildschirme bald zusammenfalten und in die Anzugtasche stecken, projizieren und Texte sprechen oder auf Bananen (=jeder Art von Oberfläche) eingeben, wie das MIT auf der SXSW zeigte.

4. Augmented & Virtual Reality

bietet in B2B Nischen bereits unglaublich exakte Anwendungsgebiete (wie zB. assistive Construction im Militär-Bereich). Richtig großartig werden A&VR aber eines Tages im Bereich der Ausbildung wirken. Vom Wegfall der Möbelbeipackzettel einmal abgesehen.

5. M2M/IOT/Sensoren überall

Das Internet der Dinge wird Realität. Derzeit sehen wir die wichtigsten Anwendungen im Bereich der Sensorentechnologie im Gesundheitsbereich. Hier gibt es schon zig-Anwendungen, Apps und Geräte. Aber auch „smart city“ Konzepte, in denen zB Laternen individuell Tageslicht messen und hunderttausende Euros an Energie sparen, wirken überzeugend. Das klassische Beispiel, daß der Eiskasten die Milch bestellt ist ebenfalls schon (fast) Realität.

6. Wireless, jetzt wirklich

Wir können getrost davon ausgehen, für Strom/Aufladen bald keine Kabel mehr zu benötigen.

7. Computational Knowledge

Ich bin (noch) einsamer Vertreter der Meinung, daß Social Media erst dann seinen ökonomischen Durchbruch feiern wird, wenn die Betreiber der Plattformen aufhören, sich auf Bannerwerbung und gesponserte Tweets als Einnahmequelle zu konzentrieren. Die wahren Schätze liegen in den täglich gesammelten Daten von Facebook, Google, Twitter, Foursquare, Pinterest und sonstigen Anbietern. In Texas zeigte 4square eindrucksvoll, wie eine Echtzeitkarte der Userbewegungen während des Hurricanes Sandy in Manhatten aussah - wer wo Mayor war, war da eher uninteressant. Dieses Wissen, "Big Analytics", wird künftig zu besseren Applikationen, Lösungen, Ergebnissen und Angeboten führen. Ein Web 3.0. wird auf diesen Daten errichtet und uns Antworten auf Fragen liefern, die wir noch gar nicht gestellt haben. Google Now und die neuen Releases von Wolfram Alpha sind erst der Anfang davon.

All diese Punkte bergen enorme Chancen für Innovationen und ebenso große Risken für Marken und Unternehmen. Vergangenes Wochenende meinte die Financial Times, daß große Unternehmen einfach nicht mehr in der Lage sein werden, mit den Veränderungen im IT-Bereich mitzuhalten. Vielleicht wäre ein erster Schritt, die Zukunft nicht als Bedrohung zu betrachten oder klein zu reden. Offenheit ist erst mal nur Mentalitätssache.

P.S.: Hier noch ein Link zu Jeremiah Owyang, den ich bei SXSW traf und der selbst eine leicht anderslautende Liste der Zukunftstechnologien erstellt hat.

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