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Design Thinking

28.09.2017 | Wann es Sinn macht und wann nicht.

von Andreas Hladky
Gründer

Viele Unternehmen leisten sich Design Thinking Initiativen im Innovationsmanagement. Der "menschenzentrierte und problemorientierte" Denkansatz modernen Design Thinkings ist zu begrüßen, doch wie immer, wenn Firmen von Modethemen ergriffen werden, stellt sich die Frage nach der eigentlichen Anwendbarkeit in der Praxis. Bei einem Besuch in der legendären d.school in Stanford und dem SAP Innovation Lab in Palo Alto haben wir mit Experten die wesentlichen Elemente diskutiert.

Produkt und Prozess sind zwei unterschiedliche Dinge

Projekte scheitern, wenn Design Thinking fälschlicherweise auf Prozess- oder Benchmark Initiativen angewandt wird. Für Dinge, die es schon gibt (etwa eine Webseite, eine Türglocke) oder Projekte, bei denen einfach internationaler Standard erreicht werden soll, braucht es kein Design Thinking. Hier reichen Research und ein Blick über den Tellerrand. Auch Prozessoptimierungen per se brauchen nicht notwendigerweise DT Methoden. Wir merken, dass es heute Design Thinking Projekte für "fast alles" gibt. Eine hohe Anzahl von DT Projekten, von denen dann aber nur wenige umgesetzt werden oder reale Ergebnisse bringen ist ist ein Indikator dafür, das DT falsch verstanden oder angewendet wird.

Design Thinking ist ergebnisoffen

Wenn schon im Voraus feststeht, dass am Ende eine App rauskommen soll, ist Design Thinking zu kurz gedacht. DT versucht, gemeinsam mit dem Anwender oder Endnutzer zunächst das eigentliche Problem zu verstehen und die dahinter liegenden Logiken zu hinterfragen: Braucht es die App wirklich oder gibt es eigentlich ein anderes Problem, welches viel wichtiger zu lösen wäre? Nur ergebnisoffene Initiativen können das volle Potential von DT nützen. Diese Offenheit ist in der Regel in Unternehmen nicht notwendigerweise gegeben.

Design Thinking macht Unternehmen nicht innovativer

In einigen Firmen besteht ein Trend, Design Thinking oberflächlich im Innovationsmanagement anzuwenden und es dabei zu belassen: da werden schicke Oberfächen gebastelt und die eine oder andere App aufgegleist, während der Kundendienst immer noch 72 Stunden für den Rückruf benötigt oder die Produktpalette unverändert von gestern ist. Oft ist Design Thinking auch nur eine Methode, um interne Prozesse aufzubrechen und zu zeigen, wie schnell sich auch im Unternehmen Lösungen finden ließen. DT kann dies aufzeigen, löst damit aber noch keine starren Strukturen auf. Im besten Fall lernt die Organisation und entwickelt sich mit jedem DT Projekt kontinuierlich weiter.

Fazit: es lohnt sich, die Philosophie hinter Design Thinking zu verstehen und sich mit ihr zu beschäftigen, anstatt Workshops zu starten, nur weil DT in Mode gekommen ist. Vieles kann schief gehen und es wäre schade um einen Methodenansatz, der im Zeitalter des Kunden ein wertvolles Tool im Innovationsmanagement darstellt.

Marketing Consulting & Consumer Intelligence GmbH
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