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New kids on the Block(chain)

03.04.2018 | Web 3.0 vor dem Crash?

von Andreas Hladky
Gründer

Vor Kurzem nahm ich am Tokenfest in San Francisco teil. Das mittlerweile traditionelle Treffen war unglaublich hochkarätig besetzt. Blockchain soll die Technologie hinter dem sogenannten Web 3.0. werden, in dem - sehr vereinfacht gesagt - die Eigentumsrechte an Dingen und digitalen Inhalten zweifelsfrei zugewiesen und somit demokratisiert werden können. Was revolutionär klingt und ist, steht jedoch noch vor einigen Hürden:

  • Effizienz: Eine Bitcointransaktion verschlingt den Strom für mittlerweile 17 Haushalte und dauert nicht unwesentlich lange - nicht gerade die beste Startvoraussetzung für die Technologie von morgen. Das Unternehmen 4new präsentierte vor Ort sogar eigene Kraftwerke nur für die Blockchain-Technologie. Bis Quantumcomputing oder neue Verarbeitungslogiken hier aushelfen können, wird noch Zeit vergehen.
  • Use Case: Jeder kann eine Blockchain starten, aber welche wird sich durchsetzen? Investoren werden vorsichtiger damit, in welche Projekte sie investieren. Junge Unternehmen setzen auf die Blockchain, auch Dinge, die - auf der BC gebaut - keinen Nutzen bringen. Diese New Kids nützen den Blockchain Hype - „schreib Blockchain drauf und du findest Investoren“ - für ganz eigennützige Ziele. „Artificial Intelligence auf der Blockchain“ klingt wie das heißeste Ticket in der Stadt, macht technisch jedoch überhaupt keinen Sinn, denn wann und warum man verteilte Systeme benötigt, ist eher eine Infrastruktur- als eine Softwarefrage. Die Hypephase wird sich abkühlen und realistischen Konzepten Platz machen, wie etwa jenem der UNICEF zur Zuweisung von digitalen Identitäten. 
  • Security: Distributed Ledgers (Information verteilt auf viele Punkte) mögen großartig sein, sie sind aber auch problematisch, was Security betrifft. Es gibt vorerst keinen einheitlichen Standard (wie etwa das TCP/IP Protokoll) und auch keine Konzepte für die Kommunikation zwischen unterschiedlichen Ledgers unterschiedlicher Blockchains. Droht ein digitaler „Kabelsalat“ zwischen konkurrierenden Anbietern und was bedeutet das für Security und die Anwendererfahrung? Aber auch die Chain selbst ist anfällig für Manipulationen, wie Wissenschaftler mittlerweile nachgewiesen haben: Kriminelle haben in der Bitcoin Blockchain Links zu kinderpornographischen Inhalten verschlüsselt, ein massives Problem für die Zukunftsfähigkeit der Technologie.
  • Regulierung: Die Blockchaintechnologie leidet ein wenig unter der Diskussion über virtuelle Währungen (Bitcoin & Co): knapp vor Weihnachten 2017 hat sich die amerikanische Börsenaufsichtsbehörde SEC eingeschaltet und die Meinung geäußert, dass es sich bei Kryptowährungen eigentlich um Wertpapiere handelt, die entsprechenden Vorschriften unterliegen. Nicht nur das: sie drohte allen mit sogenannten ICOs (Emittenten von Kryptowährung) verbundenen Unternehmen massive Verfahren an, also Anwälten, Steuerberatern etc. ganz nach dem Vorgehensmuster der US Drogenbehörde. Regulatorische und wettbewerbsrechtliche Aspekte der Blockchain werden bleiben und machen das Hinzuziehen von rechtlicher Beratung von Beginn an für so gut wie jedes ernst gemeinte Projekt dringend nötig.

All die angeführten Aspekte sind lösbar, aber es wird noch länger dauern, bis die Blockchaintechnologie in der Lage ist, zu halten, was sie verspricht. Die sehr ambitionierten Konzepte erinnern mich an die Zeit vor dem Web 1.0. Crash im Jahr 2001: erst danach entstanden die Lösungen, die davor nur versprochen waren. Ob und wann dieser Crash kommen wird, weiß niemand. Doch so oder so hat die Blockchainidee das Licht der Welt erblickt und wird hier - mal wieder - alles verändern.

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