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17.08.2018: https://www.pointoforigin.at//digitaler_tourismus.htm

Status digitaler Tourismus

16.07.2018 | Wo geht die Reise hin?

von Christina Perissutti
Customer Experience Expert

Die Digitalisierung hat in fast jeder Branche Einzug gehalten und beeinflusst stetig – so auch im Tourismus. Dieser befindet sich noch in einem Zwischenschritt zwischen digital und analog und bildet vielerorts Mischformen. Doch zwischen Airbnb, 360 Grad Videos, Alexa und AI muss sich zwingend die Frage gestellt werden: Wo geht die Reise hin für den Tourismus? Was fordern die Urlauber in Zukunft ein? Und wie hält man mit Konkurrenten in dieser Zeit Schritt?

Zahlen und Fakten: Analog vs. Online

2018 haben immerhin 55% der deutschsprachigen Bevölkerung (knapp 60,8 Mio) lange Urlaubsreisen ausschließlich analog gebucht (Quelle: VIR/ RA 2018 face-to-face). Anders sieht es hier aber wiederum bei den Kurzurlaubsreisen aus: Jene wurden zu 72% ausschließlich digital gebucht und nur 23% ausschließlich analog.

Und wie sieht es mit Touchpoints in Bezug auf die Urlaubsplanung aus? Auf Platz 1 rangiert hier nach wie vor der Prospekt/ Flyer/ Katalog mit 31%. Die Beratung im Reisebüro steht mit 26% auf Platz 2. Knapp gefolgt von digitalen Services wie Website Unterkünfte (23%), Website Reiseziele (23%), Google (19%), Online Reiseportal (19%). Die Schlusslichter bilden Reiseführer, TV Reisesendungen/ Dokus, Webseiten der Reiseveranstalter oder Anzeigen in Zeitungen (Quelle: VIR/ RA 2018 face-to-face).

Der Tourismus – eine digitale Zeitreise

Im Jahre 1999 entstanden die ersten Bewertungsportale, die Kunden zu einer Reiseentscheidung verhalfen. Der Weg ging dann weiter zu digitalen Content-Plattformen, über Social Networks, einem Boom digitaler Reiseportale 2007, einer Öffnung und Vernetzung der Akteure sowie Content-Sharing hin zur Nutzung sozialer Infos. 2012 kam der Geo-Targeting-Trend auf, worauf Virtual Reality, die Erweiterung auf Augmented Reality, Live-Content (also Interaktionen in Echtzeit) und native Content-Inseln (Walled garden) folgten.

Letztes Jahr fand nun die künstliche bzw. digitale Intelligenz ihren Einzug. 2018 spricht die Tourismusbranche von dezentralen Datenstrukturen. Was das ist? Um Inhalte für die künstliche Intelligenz vorzubereiten, ist es nötig, einen Datensatz mit anderen existenten Daten zu verknüpfen und zu öffnen (Linked Open Data). Dadurch entstehen jene dezentralen Datenstrukturen. Auf dieser Basis können schließlich wiederum neue Services und Dienstleistungen für Tourismusgäste entwickelt werden.

Konkurrenz: Das Thema Airbnb und Wimdu

Dass Airbnb und dessen Klon Wimdu nicht nur eine gewaltige Marktveränderung ausgelöst haben, sondern sich auch in einer Grauzone bewegen, ist fast jedem bekannt. Was Airbnb-Nutzer nicht bedenken: Wohnungen in Städten kommen nicht mehr auf den Wohnungsmarkt, sondern werden gewinnbringend an Touristen vermietet. Folge: Trotz vieler eigentlich leerstehender Wohnungen entsteht eine Wohnungsknappheit und somit auch steigende Wohnpreise. Das Wachstum der „neuen“ Internet-Anbieter muss in geordnete Bahnen gelenkt werden, doch mit juristischen Mitteln die Konkurrenten „aus dem Internet“ in Schach zu halten ist ebenfalls keine Lösung. Viel mehr bedarf es einer neuen Definition der Tourismusbranche.

Eine Neudefinition ist dringend nötig

Die „gute alte Zeit“ wird nicht mehr zurückkommen. Wer auch immer in Zukunft mitmischen will, muss investieren. Auch Petra Stolba, Chefin der Österreich Werbung, meint: "Wollen wir eine der erfolgreichsten Tourismusdestinationen der Welt bleiben, müssen wir uns auch auf allen Ebenen des Tourismus intensiv mit der Digitalisierung auseinandersetzen." (Quelle: Trend.at)

Ein eher kleines, aber doch gewichtiges Beispiel für einen nachhaltigen Wandel ist zum Beispiel die Ausstattung mit freien WLAN-Zugängen. Wurde früher noch fleißig dafür Geld verlangt und kräftig mitgeschnitten, gehört das Internet mittlerweile zur Grundausstattung. Für Reisende ist eine gute WLAN-Verbindung auch tatsächlich ein Auswahlkriterium für ein Hotel. Doch das ist natürlich nur der Beginn. Die kanadische Region Vancouver bietet z.B. gar keine gedruckten Broschüren mehr an, sondern verweist schlichtweg auf ihre Internetpräsenz wie Website und Online-Kataloge. Der aktuelle Trendschwerpunkt in der Tourismusbranche liegt auf Bewegtbild wie z.B. interaktive 360 Grad Videos – das Kunsthistorische Museum Wien zeigte dies auf der ITB.

Status, Trend und Prognose

Momentan ist die Position Österreichs in der Tourismusbranche noch halbwegs gesichert, allerdings darf man sich hier auf keinen Fall zurücklehnen. Die Branche schläft nicht und jeden Tag stehen neue „Konkurrenten“ auf – wie z.B. der Trend zum Bereisen von „Zweitstädten“, also solchen Städten, die bisher im Schatten der großen Hauptstädte lagen. Auch der Trend zum Ursprünglichen, also dem möglichst reinen Erlebnis in der Natur ist zu verspüren. Wenn es hier bedeutet „zurück zum Ursprung“ geht die zukunftsträchtige Reise für die Tourismusbranche jedoch genau in die entgegengesetzte Richtung. Nämlich in Richtung Innovation und Digitalisierung.

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