point of origin - logo
13.12.2018: https://www.pointoforigin.at//startup-culture_teil_1.htm

Startup-Culture Teil 1

19.11.2018 | Wie das Mindset der Startups ganze Organisationen revolutioniert

von Katrin Mittendrein
Head of Cultural Transformation

Wir haben in den letzten Monaten unser Outpost im Silicon Valley aufgebaut, das in einem Co-Working Space angesiedelt ist.
Der derzeitige Hype um die sogenannten „Startup Hubs“, hat als simples Gemeinschaftsbüro mit geteilten Arbeitsplätzen begonnen, die von Startups gemietet wurden, weil sie sich entweder noch keine eigenen Büroräume leisten konnten oder zu wenige Mitarbeiter hatten, sodass sich eigene Räumlichkeiten rentiert hätten.

Mittlerweile gibt es in jeder Stadt unzählige Startup Hubs, die viel mehr als ein Gemeinschaftsbüro sind – sie bieten den Mietern laufende Mentorprogramme, Pitchtrainings, regelmäßige Networkevents mit möglichen Investoren und Corporates, innovative Lehrgänge und zahlreiche weitere Incentives an.
Die weitere Ausbaustufe, die sogenannten Startup Inkubatoren und Accelerators, für Early Stage Startups, verlangen weniger Miete werden dafür aber an Firmenanteilen und Umsätzen beteiligt.
Dafür wird den Jungunternehmern Full – Service Support mit einer guten Kombination aus Wissen, Netzwerk und Kontakt geboten, was den Start erleichtern und vor allem beschleunigen soll.
Ein „Startup“ zu sein ist in den letzten Jahren soviel mehr als nur ein Jobtitel oder eine Gesellschaftsform geworden - viel mehr ein Kult, der den Lebensstil, die Werte und Einstellungen einer ganzen Generation prägt und mittlerweile auch die Strukturen und Prozesse von Konzernen ändert.

Besonders die agilen Werte – zeichnen die Startup Culture aus:

  • Commitment & Vertrauen
  • Fokus – gemeinsame Vision und klar definierte Ziele
  • Offenheit – klare und transparente Kommunikation
  • Respekt
  • Mut – Fehlerkultur

Was unterscheidet nun das Mindset der Mitarbeiter eines Startup von denen der Konzerne – Gründer und Mitarbeiter von Startups sind sehr ehrgeizig, zeigen einen unglaublichen „Will to Win“, haben Teamspirit und eine wahnsinnige Freude an der Arbeit und genau dieser Spirit ist in vielen Unternehmen, bei der Quantifizierung, verloren gegangen.

Ein weiterer entscheidender Differenzierungsfaktor ist die Fehlerkultur – in der Startup Mentalität ist Scheitern ganz normal und gehört zum Gründungsprozess, man wird für Fehlentscheidungen nicht verurteilt, sondern man lernt daraus.
Man hat ein höheres Maß an Eigenverantwortung und kann Entscheidungen treffen, was wiederum Vertrauen voraussetzt.
Man hinterfragt sein Businessmodell regelmäßig und erfindet sich neu, wenn der Markt und die Konsumenten das verlangen - nicht das Unternehmen und die Produkte stehen im Fokus sondern die Needs der Customer.

Genau diese Einstellungen und Faktoren zeichnen die Handlungsfelder der Startup Founder aus und sind Gründe dafür, dass sich derzeit zahlreiche größere und wirtschaftlich bereits erfolgreiche, sowie staatliche Unternehmen, in Startup Hubs einmieten und die Inkubator Programme für Ihre Unternehmen kopieren.
Man erwartet sich dadurch Inspiration, neue Denkweisen, Ideen und gute Kontakte. Einige Firmen lagern ganze Projektteams in Innovation Labs aus, um dort kreativ und weg von den vorhandenen Unternehmensstrukturen arbeiten zu können.

Aber warum ist das in den eigenen Wänden nicht möglich und was macht die Startup Culture zu etwas so Besonderem, dass sie global angewandt wird, erfolgreiche Großkonzerne wieder zu den simplen Startup-Strukturen zurückführt und zu ganzheitlichem Denken bringt:

Es sind externe Treiber, aus verschiedenen Richtungen, die die Organisationen dazu zwingen schneller handeln zu können und neue Denkmuster aufzugreifen:

  • ständig wechselnde Kundenbedürfnisse- und Ansprüche
  • unvorhersehbares Kundenverhalten
  • ständige Marktveränderungen
  • Wettbewerb und neue Konkurrenten
  • Gesetzgeber (zB DSGVO – die 2018 ganze Geschäftsmodelle verändert und beeinflusst hat)
  • Technologischer Wandel 
  • steigende Dynamik und Komplexität

Diese und noch viele weitere Faktoren, die von der Digitalisierung verursacht werden, sind der Anlass, die Management-Ebenen der Großkonzerne zum Umdenken zu zwingen.

Aus diesem Grund ist „agile Organisationsentwicklung“ und „agiles Arbeiten“ auch unter den am häufigsten verwendeten Buzzwords 2018.
Damit ist zusammengefasst nichts anderes gemeint, als die festgefahrenen Strukturen aufzulösen, das Denken in Silos aufzubrechen und Abteilungsübergreifend zu vernetzen, schnell handeln zu können und in flexiblen Strukturen zu arbeiten.

Viele Unternehmen sind aber aufgrund von komplexen Prozessketten nicht in der Lage schnell und flexibel zu reagieren.
Davon abgesehen sind Mitarbeiter durch die festen Hierarchien in großen Teilen nicht in der Lage, notwendige Dinge selbst zu Entscheiden - stattdessen liegen die Entscheidungen am oberen Ende der Hierarchie, was wiederum sehr lange Entscheidungswege nach sich zieht.
Abteilungen sind zu sehr auf sich selbst fixiert und schauen meist nicht über den Tellerrand hinaus – das sogenannte Silodenken!

Wie man sich vielleicht denken kann ist der Weg zur agilen Organisation eine große Herausforderung und bringt natürlich einige Hürden mit sich – doch wie bei vielen anderen Themen auch, lohnt sich der Weg und die Umstrukturierung ist unumgänglich. Wenn wir als Unternehmen nämlich nicht lernen, schnell und flexibel auf die täglich neu auftretenden Herausforderungen zu reagieren und sich dementsprechend anzupassen, macht es der Mitbewerber und die Kunden ziehen weiter.
Wenn wir den eigenen Mitarbeitern keine Entscheidungs- und Handlungskompetenz geben, werden sie wechseln und man hat bald keine loyalen und engagierten Mitarbeiter mehr im Unternehmen.

Es gibt 5 Level, die man zur agilen Organisationsentwicklung gehen muss:

  • Traditionelle Organisation 
  • Experimentierphase
  • Bewährungsphase
  • Etablierungsphase
  • Agile Organisation

Über die verschiedenen Ebenen hinweg, sind unterschiedlichste Methoden im Einsatz (Scrum Framework, Trafo Modell) – die innovativsten Methoden beruhen auf Design – Thinking Ansätzen. Gestartet wird immer mit der agilen Reifegrad Messung.

Der wichtigste Faktor und die Basis der Reorganisation ist allerdings das Umdenken im Management, um einen Mindset - Shift der Mitarbeiter gewährleisten zu können – wichtige Kernkompetenzen eines agilen Managements – das sogenannte „agile Leadership“:

  • Agile Methodenkompetenz
  • Transformationskompetenz
  • Teamkompetenz
  • Ergebniskompetenz
  • Selbstführungskompetenzen 
  • Unternehmerisch – integrative Denk- und Handlungskompetenz

Wie breit gefächert und hochaktuell dieses Thema derzeit ist, zeigt ein aktuelles Beispiel in der Bildung:
Die Hochschule Bremerhaven bietet neuerdings ein Start-up-Studium an, (6 Semester) indem „Gründung, Innovation, Führung“ gelehrt wird. Neu ist aber, dass es in dem Studiengang weder einen festen Studienplan, noch Vorlesungen oder Klausuren gibt – die Studierenden müssen sich neues Wissen immer dann aneignen, wenn es für die Weiterentwicklung der Geschäftsidee, erforderlich ist.

Beispiele wie diese zeigen, wie essentiell diese Reformation im Denken und Handeln, über alle Lebensbereiche hinweg, ist.
Wie diese neue Art zu denken nun aber tatsächlich auf den Boden gebracht werden kann und was der Entscheidende Wettbewerbsfaktor dabei ist, erfahren Sie im nächsten Blog…

 

Marketing Consulting & Consumer Intelligence GmbH
Kontakt

HEAD OFFICE WIEN

Himmelpfortgasse 19
1010 Wien
T +43 1 548 48 00 - 0
F +43 1 548 48 00 - 9

LAB WIEN

Goldschlagstraße 172
Stiege 6, 3. Stock
1140 Wien
T +43 699 14228240

OFFICE ZÜRICH

Rietstrasse 50
8702 Zollikon
T +41 43 499 61 44

OFFICE SAN FRANCISCO

44 Tehama St
San Francisco
CA 94105, USA
T +14157679278

Newsletter

Abonnieren Sie jetzt hier unseren Blog-Newsletter.

Um Ihnen den bestmöglichen Service bieten zu können, verwendet diese Website Cookies und Services (z.B. Google Maps) von Drittanbietern. Mit der Benutzung dieser Website erklären Sie sich damit einverstanden. Mehr Informationen

OK